• Was sind die wichtigsten Merkmale von Moissanit?
  • Ist es ratsam Moissanit statt eines Diamanten kaufen?

Moissanit war viele Jahre lang der wichtigste, in Laboren entwickelte künstliche Edelstein, der einem Diamanten am meisten ähnelt und deshalb ein sehr guter „Fake-Diamant“ ist und wird vor allem in den USA teils für Verlobungsringe genutzt. Grund genug, sich Moissanit und Diamant im Vergleich näher anzusehen.

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Was viele nicht wissen ist, dass Moissanit tatsächlich eine natürliche Mineralart ist und nicht nur im Labor hergestellt wird. Moissanit wurde ursprünglich in den 1890er Jahren von dem französischen Chemiker Henri Moissan entdeckt und nach ihm benannt. Eine Übersetzung des Namens existiert demnach nicht, das Mineral wird aber auch als Siliciumcarbid oder Carborundum bezeichnet.

Es ist ein extrem seltenes Mineral, dessen Existenz im 20. Jahrhundert von diversen Geologen mehrmals in Frage gestellt wurde, bis es als Einschluss in ultramafischem Gestein wie Kimberlit und Lamproit und in der Vergangenheit in echten Diamanten gefunden wurde. Heute ist die synthetische Laborversion bekannter als das natürliche Mineral. Die Herstellung erfolgt nach dem gleichen Prinzip, mit dem auch qualitativ eher schlechte Diamanten künstlich verbessert werden, um sie optisch schöner erscheinen zu lassen.

Was sind die wichtigsten Merkmale von Moissanit?

Die Kristallstruktur eines Carborundum ähnelt der eines Diamanten insofern, dass auch dieser von starken kovalenten Bindungen gehalten wird, die dafür sorgen, dass er einem starken Druck standhält. Doch sein Kristallsystem ist ein Sechskant-System, während es beim Diamant würfelförmig ist.

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Siliciumcarbid hat eine Härte von 9,5 auf der Mohs-Skala, was ziemlich beeindruckend ist, angesichts der Tatsache, dass die Härte eines Diamanten maximal 10 ist und die anderen Mineralien, die ihm am nächsten kommen, nämlich Korund, vor allem bekannt durch seine Varianten Saphir und Rubin, eine Härte von 9 haben.

„Moissanit ist weniger hart als Diamant, optisch aber sehr ähnlich.“

Karborund hat ebenfalls einen Adamant-Glanz, beinahe metallartig, doch es ist Adamant, der den Glanz von Diamanten hat und speziell nach diesem benannt wurde.

Dies sind einige Gründe dafür, dass Moissanit als künstlicher Diamant in Diamantringen verwendet wird. Es gibt keinen anderen Edelstein, der einem farblosen Diamanten optisch und von der Haltbarkeit her näher kommt.

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Ist es ratsam Moissanit statt eines Diamanten kaufen?

Es gibt mehrere Gründe, aus denen Menschen sich dazu entscheiden, einen Moissanitring statt eines Diamantrings zu kaufen. Einer dieser Gründe ist, dass ihnen aus ethischen Gründen die Vorstellung nicht gefällt, einen Diamanten zu besitzen und sie einen künstlichen Stein bevorzugen. Dank des 2003 weltweit eingeführten Kimberley-Prozesses, sind fast alle Diamanten die heute auf den Markt kommen keine ethisch bedenklichen Diamanten.

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Ein weiterer Grund ist die Sicherheit, ein Ring mit einem Moissanit ist leichter ersetzbar und billiger als ein Diamantring derselben Größe. Rein optisch ist eine Unterscheidung für den Laien kaum möglich, das Funkeln unterscheidet sich nur geringfügig und selbst Experten können Moissanit oft nur anhand seiner charakteristischen Struktur unter der Juwelierlupe identifizieren. Mit der Lupe ist der Unterschied eindeutig feststellbar, Moissanit zeigt an den Schliffkanten eine sehr markante doppelte Brechung des Lichts, die bei Diamanten nicht vorhanden ist.

„Karborund reflektiert das Licht anders als der Diamant und bricht es doppelt.“

Wie oben kurz angedeutet, ist der Preis ein wichtiger Faktor für diese spezielle Entscheidung. In der Tat ist ein Carborundum erheblich günstiger als ein Diamant mit demselben Gewicht. Da für manche Menschen die Größe des Steins am wichtigsten ist, kann er eine interessante Alternative sein, doch es bleibt ein „falscher“ Diamant, ein Blender, ein Edelstein der vorspiegelt etwas zu sein, was er nicht ist. Das ist vor allem unter dem Aspekt eines bleibenden Wertes negativ zu sehen ist. Es existiert keinen Zweitmarkt für Moissanit, es handelt sich nicht um eine bleibende Wertanlage wie bei Diamanten, die über die Jahre kontinuierlich im Wert gestiegen sind.

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Insgesamt ist Siliciumcarbid als Mineral zu sehen, dass wie andere künstlich hergestellte Steine, etwa Zirkonia, durchaus seine Fans hat, aber mit dem Original, dem Diamanten, nicht wirklich vergleichbar ist.

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FABIENNE RAUW