• Welche Arten von Behandlungstechniken für Diamanten gibt es?
  • Wie kann ich als Laie behandelte Diamanten erkennen?
  • Wie wirkt sich eine künstliche Verbesserung auf den Wert eines Diamanten aus?

„Diamond Enhancements“ oder Verbesserungstechniken für Diamanten sind spezifische Behandlungen, mit denen bereits geschliffene und polierte natürliche Steinen einer niedrigeren Qualität künstlich verändert werden. Das Ziel ist eine optische Auswertung, die sich allerdings meist sehr negativ auf den Wert und die Haltbarkeit des Diamanten auswirkt.

Welche Arten von Behandlungstechniken für Diamanten gibt es?

Prinzipiell unterscheidet man zwischen zwei Arten von Behandlungen, Veränderung der Reinheit und Veränderung der Farbe. Um die Farbe eines Diamanten zu beeinflussen kommt das sogenannte HPHT Verfahren zum Einsatz, die Abkürzung steht für „High Pressure, High Temperature“, bei dem der Diamant in einer speziell dafür entworfenen Maschine so lange hohem Druck bei hoher Temperatur ausgesetzt wird, bis sich die Kristallstruktur des Diamanten verändert. Durch die neue Struktur ist auch die Lichtbrechung eine andere, ein vormals gelblicher oder gar brauner Diamant erscheint plötzlich in einem strahlenden und durchsichtigen Weiß.

Diese Technik imitiert im Eilverfahren Vorgänge, die sonst über Jahrmillionen in Erdinneren die Entstehung des Diamanten ermöglichten. Sie beschädigt den Diamanten nicht, dennoch muss ein im HPHT Verfahren behandelter Diamant als solcher gekennzeichnet werden. Der Diamant sieht zwar schöner aus, wird durch die Behandlung aber nicht mehr wert als in seiner ursprünglichen Farbe. Üblicher Weise sind farbbehandelte Diamanten direkt auf dem Gürtel per Lasergravur gekennzeichnet. Das Diamantenzertifikat muss ein „Color Enhancement“ ausweisen, denn bei einer Sichtprüfung ohne genaue Analyse in einem dafür ausgestatteten Labor ist diese Art von Schönheitskorrektur nicht erkennbar. Das gleiche Verfahren wird eingesetzt, um komplett künstliche Diamanten zu erschaffen.

Der zweite Typ von optischen Korrekturen zielt auf vorhandene Einschlüsse, mit dem Ziel diese zu entfernen oder weniger sichtbar zu machen. Es handelt sich dabei um Behandlungen wie“ Laser Drilling“ um schwarze Kohlenstoffreste mit Hilfe kleiner Bohrungen zu entfernen, sowie Füllungstechniken um innere Risse oder Hohlräume weniger sichtbar zu machen. Teils kommen auch spezielle Bleichmittel zum Einsatz, die dunkle Verfärbungen aufhellen. Ein solches „Clarity Enhancement“ geht immer mit einer Schädigung der Stabilität der Struktur einher, der Diamant wird anfällig gegen hohe Temperaturen und bestimmte Chemikalien, die auch in Haushaltsreinigern verwendet werden. In der Reinheit behandelte Diamanten sind immer empfindlicher als naturbelassene, neigen insbesondere bei umfangreichen Füllungen zum Brechen. Auch diese Art der Behandlung muss im Zertifikat vermerkt werden. Sie ist für den Experten unter der Diamantlupe aber einfacher zu erkennen als farbliche Veränderungen. Je nach dem Lichteinfall sind Füllungen als  lillablaue oder grüne Reflektionen sichtbar, der sogenannte Flash-Effekt, der immer auf Manipulationen der Reinheit hindeutet.

Wie kann ich als Laie behandelte Diamanten erkennen?

Der Kauf von Diamanten ist Vertrauensfrage, selbst wenn Sie sich mit den 4C und Merkmalen von Diamanten gut auskennen ist es fast unmöglich, künstlich veränderte Diamanten von unbehandelten zu unterscheiden. Umso mehr Bedeutung kommt dem Diamantzertifikat zu, wenn Sie einen Diamanten mit dem Zertifikat eines Labors aus der ersten Reihe wie GIA oder HRD kaufen haben sie wesentlich mehr Sicherheit als bei Zertifikaten kleiner und unbekannter Labore. Besondere Vorsicht sollten Sie bei Eigenzertifikaten von Juwelieren walten lassen, denn auch wenn die meisten eine seriöse Analyse durchführen, bleibt ein gewisses Restrisiko. Manche Juweliere „vergessen“ leider zu erwähnen, dass es sich um behandelte Diamanten handelt und verkaufen sie als ob es natürliche Diamanten wären, immer zum Schaden des Kunden, der einen geringwertigen Diamant zu teuer bezahlt. Manchmal wird eine Behandlung zwar nicht verschwiegen, aber hinter Abkürzungen versteckt. So Bedeutet das unscheinbare Kürzel „CE“ bei Diamanten eben nicht „CE-Kennzeichnung“, sondern vielmehr „Clarity Enhanced“, was unwissende Verbraucher schnell übersehen oder verwechseln.

Wie wirkt sich eine künstliche Verbesserung auf den Wert eines Diamanten aus?

Behandelte Diamanten haben sich  leise in die Diamantindustrie geschlichen, nicht zuletzt weil der effektive Wert für manche Kunden gegenüber der reinen Optik eine untergeordnete Rolle spielt und behandelte Diamanten weit günstiger angeboten werden als vergleichbare Steine ohne künstliche Verbesserung. Der Preis liegt im Schnitt etwa 50% niedriger.

Achtung: Ein behandelter Diamant bleibt auch nach der Behandlung ein Diamant minderer Qualität, sein Wert steigt nicht durch die Behandlung. Natürliche Diamanten behalten auch unter extremen Umständen ihre Schönheit. Diese sind nicht nur schöner und wertvoller, sondern auch romantischer. Auch unter dem Aspekt der Geldanlage sind natürliche Diamanten die weitaus bessere Wahl, denn  behandelte Steine erzielen beim Wiederverkauf meist nur sehr geringe Preise, wenn sie denn überhaupt verkäuflich sind.

Sie suchen Schmuck mit garantiert natürlichen und unbehandelten Diamanten? Das Expertenteam von BAUNAT berät Sie gerne!

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FABIENNE RAUW