Exportiert Brasilien bald Diamanten nach Antwerpen?

Exportiert Brasilien bald Diamanten nach Antwerpen?

Vor kurzem begann das Antwerp World Diamond Centre (AWDC) in Brasilien eine Charme-Offensive, um sicherzustellen, dass die Brasilianer ihre zunehmende Produktion von Diamanten nach Antwerpen exportieren werden.

  • 1.00 Karat diamantener Solitärring aus Weißgold mit kleinen Diamanten Ab USD 2.360
    (exkl. MwSt.)
  • 1.00 Karat diamantene Halo Ohrringe aus Weißgold Ab USD 3.020
    (exkl. MwSt.)
  • 0.50 Karat Halo Solitärring aus Weißgold mit runden Diamanten Ab USD 2.270
    (exkl. MwSt.)
  • Entourage Ring aus Weißgold mit ovalem Saphir und runde Diamanten Ab USD 2.250
    (exkl. MwSt.)

Derzeit ist Brasiliens Diamantenproduktion nicht so viel: ca. 50.000 Karat pro Jahr, gut für einen Wert von 2,7 Millionen US-Dollar. Diamant wird vor allem handwerklich aus Flüssen extrahiert. Im Vergleich dazu erwerben die größten Produzenten jährlich 20 bis 30 Millionen Karat. Brasilien will sich auch als wesentlicher Marktteilnehmer positionieren. Nach dem AWDC sind etwa 50 potenzielle industrielle Diamantminen entdeckt.

Neuer Markt

Antwerpen will den Zugang zu diesem neuen Markt. Aufgrund der hohen belgischen Arbeitskosten und Steuern ist es nicht (mehr) im Wettbewerb mit anderen wichtigen Handelszentren wie Dubai und Mumbai. Die Diamanthauptstadt will den Unterschied machen indem sie den Brasilianern zusätzliche Dienste anbieten, sodass sie ihre Diamanten nach Antwerpen exportieren wollen. Die Hälfte der brasilianischen Diamantenproduktion geht nun in die Emiraten, nur 10 Prozent nach Antwerpen.

Brasilianische Beamten werden ausgebildet um Diamanten zu erkennen. Bessere technische Kenntnisse müssen sicherstellen dass Diamant schneller exportiert wird. In den meisten Ländern gibt es ca. 2 Tage zwischen der Anfrage und der Ablieferung der Ausfuhrlizenz, in Brasilien sind das 90 (!) Tage. Darüber hinaus sollte die Ausbildung sicherstellen, dass die Beamten die sogenannten Kimberley-Zertifikate liefern können. Der Kimberley-Prozess ist die internationale Gesetzgebung, die vermeiden soll dass Rebellengruppen Rohdiamanten nutzten um Waffen und Konfikte zu finanzieren. Dies ist zugunsten von Antwerpen. Momentan werden die meisten brasilianischenen Diamanten privat verhandelt – außerhalb dem Kimberley-Prozess. Wenn Brasilien mitarbeitet, beseitigt die Hauptstadt des Diamanten in einem Schlag den illegalen Wettbewerb.

Lobbying

Man braucht noch ein Wenig Lobbying um die Brasilianer zu überzeugen. Auch letztes Jahr gab es Gespräche während einer eheren Mission zwischen dem Staatssekretär für Außenhandel, Pieter De Crem, AWDC CEO Ari Epstein und den brasilianischen Behörden.

Im vergangenen Jahr passierten durch Antwerpen etwa 193 Millionen Karat Diamanten (= 48,3 Mrd. Dollar), gut für 84 Prozent der Rohdiamanten und 50 Prozent aller geschliffenen Diamanten. Antwerpen bleibt also der Weltmarktführer, verliert aber mehr und mehr Marktanteil. Daher ist eine Vereinbarung mit den Brasilianern sehr wichtig um ihre Diamanten über Antwerpen zu verhandeln.

Autor: Thomas Vanden Bogaerde

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