• Was wird beim Polterabend gefeiert?
  • Woher kommt der Begriff Polterabend?
  • Woher stammt die Tradition des Polterabends?
  • Wie genau wird gepoltert?

Wenn eine Hochzeit nur im kleinen Kreis stattfindet, wird von vielen Brautpaaren meistens ein Polterabend für den Freundes- und Bekanntenkreis veranstaltet. Der Polterabend geht, wie viele andere Traditionen auch, auf Segensbräuche und Schutzrituale zurück. Er wurde bereits im späten Mittelalter durch schriftliche Dokumentationen belegt und ist daher einer der ältesten Hochzeitsbräuche.

Was wird beim Polterabend gefeiert?

Der Polterabend ist als Schwellenritual gedacht, das den Wechsel vom Junggesellen-Status zum Ehepaar kennzeichnet. Er wurde traditionell am Tag und abends bis Mitternacht gefeiert, bevor die kirchliche oder standesamtliche Trauung stattfand. Heutzutage findet der Polterabend meistens bis zu einer Woche vorher statt, um ausreichend Erholungszeit sicherzustellen. So kann der große Tag ausgeruht und entspannt begangen werden. Die Organisation übernimmt das zukünftige Paar, wer sich die Arbeit sparen möchte, kann das auch einen im Rahmen der Hochzeit beauftragten Hochzeitsplaner erledigen lassen.

Woher kommt der Begriff Polterabend?

Die Bezeichnung Polterabend geht vermutlich auf „Poltergeistabend“ zurück und dient dem symbolischen Vertreiben böser Dämonen und Geister, die die Brautleute eventuell umgeben und Lärm verabscheuen, ganz ähnlich dem Feuerwerk an Silvester. Diese Geister lassen sich auch als Unsicherheit und Angst vor der Trauung interpretieren, die sich durch den Polterabend als Segens- und Schutzritual vertreiben lassen.

Planen Sie einen Polterabend mit vielen Freunden, sollten Sie Ihren Nachbarn vorher einen Hinweis darauf geben, dass dieser Abend doch etwas lauter werden könnte. So lassen sich Beschwerden und Ärger im Vorfeld ausräumen. Als elegante Lösung gilt immer noch, die Nachbarn einfach mit einzuladen.

Woher stammt die Tradition des Polterabends?

Es ist nicht zu einhundert Prozent belegt, warum am Polterabend gerade Keramik zerbrochen wird. Wahrscheinlich ist jedoch, dass im Verlauf der vielen Jahre das Zerschlagen von Porzellan und Keramik auf die Volksweisheit „Scherben bringen Glück“ zurückgeht. Diese stammt aus der damaligen Töpfersprache, eine Scherbe bezeichnet ein unzerbrochenes Tongefäß. Viele gefüllte Scherben, also Tongefäße, waren als Vorratsgefäße die sichere Versorgung für eine Familie und versprachen somit Wohlstand und Glück.

Diese Tongefäße waren dadurch sehr wertvoll, sodass das Zerschlagen als Opfergabe angesehen werden kann. Eine andere Interpretation des Polterabend-Brauchs ist, dass der Übergang von Altem zu Neuem dargestellt wird, ein neuer Lebensabschnitt beginnt.

Wie genau wird gepoltert?

Unabhängig davon, welches Symbol hinter einem Polterabend steht, wer eingeladen ist, sollte unbedingt ausschließlich Steingut, Keramik oder Porzellan zum Zerschlagen mitbringen. Glas oder sogar Spiegel sind auf einem Polterabend tabu! Werden diese zerbrochen, kommt nach traditionellem Aberglauben für sieben Jahre Pech oder Unglück über den Werfenden und das Brautpaar.

Ist das Geschirr geworfen, bekommt der Gast ein Begrüßungsgetränk und wird so auf der Polterfeier willkommen geheißen.

Das Auffegen als erste Bewährung für Brautleute

Die Brautleute müssen die Scherben gemeinsam zusammenfegen und entsorgen. Dadurch werden die Herausforderungen symbolisiert, die von dem Brautpaar später gemeinsam gemeistert werden müssen. Je nach Menge der zerschlagenen Scherben, werden diese in einer größeren Abfalltonne oder in einem kleinen vorab bestellten Container entsorgt.

Je nach Region existieren unterschiedliche Bräuche zum Zusammenfegen. Im Norden ist zum Beispiel eine abgegrenzte Polterecke oder eine übergroße Holzkiste als Ziel für die Werfer üblich. Gefegt wird hier einmal vor Mitternacht. Bei einer anderen Variante wird jedes Mal gefegt, wenn ein Gast geworfen hat. Gefegt wird jedoch grundsätzlich nur bis Mitternacht.

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GUDRUN MALIK