Frühe Medaillons waren noch
nicht aufklappbar, sie dienten nicht zur Aufbewahrung eines Fotos oder einer Haarlocke, sondern waren
Münzen, die an einer Kette aus
edlem Metall getragen wurden. Das Wort ist von „
médaille“ aus dem Französischen abgeleitet, der französische Begriff wiederum stammt vom lateinischen „
metallum“ ab, was Metall oder eben Münze bedeutet. Medaillen waren oft
Gedenkmünzen, die zu besonderen Anlässen geprägt wurden und das Bildnis von
Kaisern, Göttern oder Heldengestalten trugen.
Ab dem 13. Jahrhundert war das Medaillon vor allem ein
religiöses Symbol, erstmals aufklappbar, das zur Aufbewahrung kleiner Reliquien genutzt wurde. Der Fachbegriff für derartige Medaillons ist
Phylakterien. Erst im 15. Jahrhundert kam das Medaillon auch abseits seiner kirchlichen Verwendung in adeligen Kreisen in Mode, meist als
transportabler Spiegel, der am Gürtel getragen wurde. Die Vorderseite war aufwendig verziert, auf der Rückseite war ein kleiner Spiegel eingelassen.
Der endgültige Durchbruch als Schmuckstück für ein breiteres Publikum kam vierhundert Jahre später, im 19. Jahrhundert, zur Zeit des
Biedermeier. Medaillons verwandelten sich zu
kleinen Dosen, in denen
Miniaturen, kleine Bilder, aufbewahrt und am Hals getragen wurden. Erstmals wurde das Medaillon zu dieser Zeit mit Diamanten oder anderen
Edelsteinen verziert, galten in dieser Epoche als
Statement Halsketten und Glücksbringer.
Zu Kriegszeiten wurden in einem Medaillon oft Bilder Vermisster oder Gefallener nahe am Herzen getragen, zu Zeiten des ersten und zweiten Weltkrieges war das Medaillon oft
Trauerschmuck und seltener ein klassisches Schmuckstück. Das wandelte sich zur Mitte des 20. Jahrhunderts, das Medaillon wurde Ende der 1970er Jahre wieder zum
Trendschmuck, geriet dann zur Jahrhundertwende wieder etwas in Vergessenheit und feiert heute ein fulminantes Comeback, ganz ähnlich der
Halskette mit Herz Anhänger.