Die britische Monarchie hat wenig Glück in der Liebe gehabt. Erinnern Sie sich an König Heinrich VIII? Der König, der sechs Frauen hatte? Zu Beginn des sechzehnten Jahrhunderts suchte der Mann verzweifelt nach seiner "wahren Liebe". Und jedes Mal wenn er eine neue Eroberung machte, machte er sich selbst schnell wieder zum Single. Manchmal, indem er seine damalige Frau verbannte, manchmal indem er die Hilfe des Henkers mit der mächtigen Axt in Anspruch nahm. Für all das fand er danach nie sein Glück. Ebenso tragisch ist die Geschichte der Königin Victoria im neunzehnten Jahrhundert. Die Königin war in ihren Prinzen Albert vernarrt, aber er starb  als er kaum 40 Jahre alt war. Sie zog  sich für die nächsten 40 Jahre zurück. Ihr täglicher Mode-Stil wurde schwarz, schwarz und noch mehr schwarz, mit nur einem Accessoire ... ein Diamantring als Trauerschmuck.

Hinter einer kleinen Tür

Trauerschmuck wurde zum echten Trend. Röcke im viktorianischen England waren streng, aber etwas frivol, während Trauerschmuck, den Segen der Monarchie zu haben schien. Aristokraten begannen Armbänder, Halsketten und Diamantringe zur tragen, die an ihre lieben Verstorbenen erinnerten. Diese Juwelen sollten etwas Trost bieten. Wirklich beliebt war Schmuck mit Perlen oder Diamanten besetzt, er eine Haarsträhne des Verstorbenen enthielt. Es waren Halsketten oder Diamantringe, mit einer kleinen Tür, hinter der die Haarsträhne aufbewahrt wurde. Dies ist, letztenendes  sehr persönlich und Haar kann für viele Jahre aufbewahrt werden.

Die Versteigerung von Schmuck

Die Trauermode ging aber noch weiter. Haar wurde verwendet, um detaillierte Miniatur-Szenen im Schmuckkästchen zu machen. Oder es wurde zu einem Band für Uhren geflochten. Haar wurde selbst zu einem Mode-Accessoire Mitte des neunzehnten Jahrhunderts, es musste nicht einmal mehr von einem Verstorbenen kommen. Es gab eine so große Nachfrage, dass Großbritannien 50 Tonnen Haare pro Jahr importieren musste, um es in Schmuck zu verarbeiten. Für unseren heutigen Geschmack, ist viktorianischer Trauerschmuck eher zu düster und ziemlich unheimlich. Sie finden Ihn heute nicht mehr im Schaufenster des Juweliers, sondern nur noch bei Auktionen von angesehenen Auktionshäusern. Menschen, die gerne schwarz mögen, können sich natürlich noch für Schmuck mit schwarzen Diamanten entscheiden. Allerdings bleibt die grundlegende Idee zeitlos: Verlust, Trauer und Liebe. Letzteres wird immer wieder in Schmuck und vor allem in einen Diamantring verwandelt. Diamanten sind immerhin für immer.

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FABIENNE RAUW